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Die Stadt braucht ihre Initiativen!

Jens Kerstan, Hamburgs Senator für Umwelt und Energie, zu Gast im Ökumenischen Forum HafenCity im Rahmen der Zukunftsgespräche

Im Tischgespräch mit Jens Kerstan und Akteuren aus unseren Mitgliedskirchen sowie aus der HafenCity ging es um das Thema Umwelt- und Naturschutz im städtischen Raum – Bewahrung der Schöpfung in der HafenCity, in Hamburg und darüber hinaus. Welche Bereiche stehen im Fokus? Was können Institutionen und Initiativen beitragen?
Gleich zu Beginn des Gesprächs machte der Umweltsenator deutlich, dass es ihm persönlich beim Umweltschutz um zwei verschiedene Dinge gehe: Zum Einen, was eine gute Umwelt für den Menschen ist und wie man sie erhalten bzw. verbessern kann, zum Anderen aber auch um die Natur selbst, ganz ohne Nutzen für etwas oder jemanden, sondern als Wert an sich. In dieser Auffassung geht Kerstan mit dem christlichen Werteverständnis der Schöpfung konform, was schon zu Beginn des Treffens deutlich macht, dass es sich lohnt, Kontakt zur Politik zu suchen und zusammenzuarbeiten, um die Natur gemeinsam nachhaltig zu schützen.
Die Schwerpunkte in Hamburgs Umweltpolitik sind: 1. Hamburg als naturnahe Stadt mit all seinen Grünflächen – auch landwirtschaftlicher Art – zu erhalten 2. Die Metropole lebenswert zu gestalten; den Menschen eine gute, lärm- und schadstoffarme Umwelt und Ruheräume zu bieten 3. Vorreiter in der Energiewende zu sein und den Ehrgeiz auch auf die Wärmewende auszudehnen.
Für den Schutz der Natur darf man keine Konflikte scheuen, sagte Kerstan. Sonst falle sie hinten runter. Er versuche immer, wirtschaftliche Interessen zu akzeptieren, sie jedoch nicht als gegeben hinzunehmen, sondern an anderer Stelle etwas für die ökologischen Belange zu erreichen. Als Beispiel nannte er die Elbvertiefung. Man könne nicht ändern, dass die Mehrheit für die Elbvertiefung sei. Aber man könne für einen Ausgleich eintreten. So gäbe es die Stiftung Lebensraum Elbe in die jährlich Gelder aus dem Hafen einflössen, um entlang der Elbe etwas für den Erhalt der Natur zu unternehmen.
Insgesamt vertritt Kerstan die Auffassung, dass eine lebenswerte Stadt immer auch eine kompakte Stadt sei, wo Lebens-, Arbeits- und Freizeiträume Hand in Hand gingen. Nachhaltigkeit sei gar nicht so schwierig – man müsse nur Umwelt mit sozialen und wirtschaftlichen Interessen gemeinsam denken. Die HafenCity sei zwar kein Musterbeispiel, aber es gäbe viele Aspekte, wo das Konzept aufginge. Die GesprächsteilnehmerInnen signalisierten allerdings, dass sie sich wünschten, die Stadt würde sich stärker einbringen; beim Urban-Gardening zum Beispiel, beim Austausch zwischen den Behörden und Initiativen, bei der aktiven Förderung von Maßnahmen wie Angeboten zum Thema Nachhaltigkeit in Schulen und Jugendeinrichtungen. Diese und einige weitere Anliegen nahm der Senator aus dem Gespräch mit und versprach, sie weiterbewegen oder zu klären.
Er freue sich, dass so viel Engagement da ist und gab einen bekannten, aber seiner Ansicht nach effektiven, Tipp: Hartnäckigkeit zahlt sich aus! Institutionen sollten sich ruhig bei den Behörden und Politikern melden, sich informieren, wer genau zuständig ist und den Kontakt suchen. Stadtöffentlichkeit erzeugen sei eine große Stärke von Initiativen und Einrichtungen. Präsenz zeigen in den Medien und in (sozialen) Netzwerken helfe, den Druck zu erhöhen. Meinungsbildung gehe von den Bürgern aus, Initiativen könnten dazu beitragen, in den Köpfen der Menschen etwas zu bewegen, zum Umdenken anzuregen.
Kerstans Wort zum Abschluss: Machen Sie weiter und lassen Sie sich nicht unterkriegen! Manchmal ist zu viel Nachfragen bei den Behörden gar nicht so gut, sondern bewirkt lediglich Verzögerung. Lieber direkt handeln, wenn es möglich ist.

Wir danken allen Teilnehmern für Ihr Kommen und dafür, diese Runde so lebendig und fruchtbar gemacht zu haben. Unser besonderer Dank gilt Senator Kerstan. Wir freuen uns, ihn einmal wieder bei uns zu begrüßen.

Teilnehmer des Tischgesprächs waren: Jens Kerstan (Senator für Umwelt und Energie der Freien und Hansestadt Hamburg), Jedidiah Harris (Ökumenisches Forum HafenCity / Vorstand), Walter Jungbauer (Ökumenisches Forum HafenCity / Vorstand), Henning Klahn (Ökumenisches Forum HafenCity / Geschäftsführer), Sönke Tangermann (Greenpeace Energy / Vorstand), Fabian Berger (GrünAnteil / Ideenagentur Motte), Jochen Blauel (Kinderwelt Hamburg / Netzwerk HafenCity), Holger Malessa (Baptisten in Hamburg / Förderstiftung Ökumenisches Forum), Anna Nimmo (Ökumenisches Forum HafenCity / Weltcafé ElbFaire), Karsten Mohr (Ev.-methodistische Kirche), Dorothea Heintze (Chrismon), Wolfgang Vogelmann (Nordkirche / Oberkirchenrat), Stephan Dreyer (Erzbistum Hamburg), Quinn Letsinger (Schülerpraktikant im Ökumenischen Forum HafenCity), Nina Golde (Ökumenisches Forum HafenCity)

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