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Auferstehung – Impuls von Pfarrvikar Walter Jungbauer

Da ist mein Mund voll Lachen

Josef von Arimatäa und der Hohepriester Kajaphas begegnen sich am Tag nach der Kreuzigung Jesu auf dem Weg zum Tempel in Jerusalem. Kajaphas ist sehr verärgert und schimpft: „Wie konntest du diesem Galiläer nur dein eigenes Grab zur Verfügung stellen – eine Schande ist das!“ „Ach“, erwidert Josef gelassen, „reg dich nicht auf. Es ist ja nur für ein Wochenende.“
Kann man über den Tod und die Auferstehung Witze machen? Müsste einem als glaubender Mensch nicht eigentlich das Lachen im Halse stecken bleiben? – Wenn ich schon mit solchen rhetorischen Fragen komme, dürften die Antworten den Lesenden bereits klar sein.
Wir Christinnen und Christen sind viel zu häufig eine bitterernste Gesellschaft. Obwohl uns doch klar sein müsste: Von humorlosen Christinnen und Christen geht keine ansteckende Wirkung aus. Wenn wir nicht auch lachen können, gerade auch über uns selbst und vielleicht auch über so manche Schrullen in unseren Kirchen, dann manchen wir ganz schlechte Reklame für unsere Sache, für die gute Nachricht von der Auferstehung Jesu.
Deswegen habe ich vor einigen Jahren für meine Osterpredigten die mittelalterliche Tradition des risus paschalis, des Osterlachens, wieder aufgegriffen. Ohne Witze und lautes Gelächter kommt mir niemand aus dem Ostergottesdienst.
Unser Lachen, gerade auch am Osterfest, ist für uns eine Möglichkeit, der Auferstehungsfreude zu entsprechen und nach der langen Fastenzeit wieder zur Heiterkeit zurückzufinden. Unser Osterlachen symbolisiert die Überlegenheit und den Sieg über den Tod, der sich an Christus verschluckt und sich so der Lächerlichkeit preisgegeben hat. Mit dem Auferstandenen im Rücken können wir sterbliche Menschen den Tod auslachen.
Unser Gott lacht. Und die Auferstehung Christi ist Ausdruck des Gelächters Gottes über den Tod. Der Tod ist besiegt. Das Unheil überwunden. Und Reich Gottes ist dort Gegenwart, wo wir es mit der gelassenen Heiterkeit eines Christenmenschen anbrechen lassen.

Walter Jungbauer, Pfarrvikar der Alt-Katholischen Pfarrgemeinde Hamburg

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