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Die Charta Oecumenica – das bestgehütete Geheimnis der Kirchen?

2001 verabschiedeten die europäischen, christlichen Kirchen ein gemeinsames Dokument, das als Grundlage für eine „wachsende Zusammenarbeit“ zwischen den Kirchen Europas dienen sollte. Anlass war der Zusammenbruch des Ostblocks und die neuen Möglichkeiten der europäischen Kooperation. Im Geiste dieses Dokuments ist auch das Ökumenische Forum Hafencity gegründet worden und so findet sich die Charta Oecumenica in vier verschiedenen Sprachen an den Eingangstüren zur Kapelle.
Am Dienstag, den 5. Juni 2018 beschäftigte sich die Ökumenische Hausgemeinschaft unter fachkundiger Begleitung von Frau Pastorin Annette Reimers-Avenarius, Ökumenebeauftragte der Nordkirche und Geschäftsführerin der Arbeitsgemeinschaft Christlicher Kirchen in Hamburg, mit dem Text der Charta Oecumenica. Die Hausgemeinschaft trifft sich einmal im Monat zur Besprechung ihrer Angelegenheiten und wollte sich auf der Suche nach Impulsen und Inspiration für das gemeinsame Leben intensiv mit der Charta Oecumenica auseinandersetzen. Nach einer Einführung in den historischen Entstehungsprozess dieses Dokuments wurden insbesondere strittige Stellen diskutiert, die bereits während des Redaktionsprozesses zwischen den Kirchen intensiv besprochen wurden. Diese waren z.B. die Beziehung zum Islam, das Verhältnis zu anderen Religionen und Weltanschauungen, der (selbstkritische) Umgang mit der eigenen Geschichte und die deren Aufarbeitung, das Aufgeben der Selbstgenügsamkeit und das gemeinsame Auftreten der Kirchen gegenüber europäischen Institutionen. Dabei konnte man die visionäre Kraft dieses Dokuments erkennen, das mitnichten nur ein politischer, sondern auch ein geistlicher Text ist.
Leider gewannen viele Mitglieder der Hausgemeinschaft den Eindruck, dass dieses Dokument von den einzelnen Kirchen kaum in die Gemeinden eingebracht wird und wie ein Geheimnis behütet wird. Dabei ist der Aufruf zur Zusammenarbeit und die Suche nach Gemeinsamkeiten anstelle der Betonung von Trennendem in einer zunehmend polarisierenden Gesellschaft wichtiger denn je.
Im Ökumenischen Forum jedenfalls, ist die Bedeutung dieser Zusammenarbeit präsent und wird ganz praktisch im alltäglichen Zusammenleben der Hausgemeinschaft und im gemeinsamen Wirken unserer 21 Mitgliedskirchen umgesetzt. Wir wünschen uns dieses Engagement und Bewusstsein für die Ökumene in allen christlichen Kirchen und Gemeinden.

Christian Stürznickel, Mitglied der ökumenischen Hausgemeinschaft im Ökumenischen Forum HafenCity

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