040 36 90 02 - 780 info@oefh.de

Dieses Haus ist ein Wunder. Zur Entpflichtung des Laurentiuskonventes im April 2018

Auf 10 Jahre Engagement für das Ökumenische Forum HafenCity schaut der Laurentiuskonvent zurück, wenn er am 22. April 2018 von seinem Mandat entbunden wird, das die Mitgliederversammlung des Vereins ihm erteilt hatte, um das geistliche Leben im Forum zu gestalten. Corinna Schmidt sprach mit Dörte Massow und Kerstin Montanus über die Anfänge, die Ökumene und die Visionen für die Zukunft.

Corinna Schmidt.: Liebe Dörte, du bist 2008 aufgebrochen in einen neuen Lebensabschnitt, wie erging es Dir damals?

Dörte Massow: Das Wehen des Heiligen Geistes habe ich deutlich gespürt, gepaart mit einer Vorfreude und Leichtigkeit. Dass die Ökumene so ein Projekt wagt, war mit meinen Ökumenischen Vorerfahrungen wie ein Wunder. Mein Mann und ich leben in einer ökumenischen Ehe und wissen etwas von den Herausforderungen zu erzählen. Auch im beruflichen Kontext als Lehrerin und Schulleiterin bin ich immer wieder an Grenzen gestoßen. Und nun die Mitgestaltung an einem Projekt, das damals von 17 Kirchen der Stadt getragen wurde. Wunderbar! Ich habe dann einen ersten Besuch in der HafenCity gemacht und mir wurde schon etwas mulmig: eine einzige Baustelle war der Kaiserkai und ein Chaos kam mir entgegen. Es war klar: hier gilt es auf ganzer Linie Neues zu wagen!

C.S.: Und was waren dann die ersten Schritte?

D.M.: Zum Glück erhielten wir die kleine ökumenische Kapelle am Kleinen Grasbrook und so gab es einen öffentlichen Ort mit Tagzeitgebeten. An den ersten Nikolausbesuch erinnere ich mich gut. Und an die Nachbarschaft. Viele neue Nachbarn am Kaiserkai lernten wir kennen. Die Offenheit war groß. Sehr eindrücklich war natürlich auch die erste Zukunftswerkstatt im November 2009 mit Menschen, die sich interessierten, in eine Ökumenische Hausgemeinschaft einzuziehen.

C.S.: 2012 war dann das Haus in der Shanghaiallee bezugsfertig. Was waren, neben den Andachten, deine „Steckenpferde“, Dörte?

D.M.: Ich habe mich mit Begeisterung um das Weltcafé ElbFaire gekümmert! Vom Geschirr aussuchen, Kuchen backen bis zum Gestalten eines offenen Hauses war das Café mein Anliegen. Schon als junges Mädchen wäre ich am liebsten Pastoren-Frau gewesen, mit dem Anliegen, ein einladendes Haus zu gestalten. Sehr am Herzen liegt mir der Interreligiöse Dialog und meine kreativen Seiten bringe ich gerne über das Singen und Tanzen ein!

C.S.: Liebe Kerstin, du bist vor zwei Jahren dazu gekommen…

Kerstin Montanus: Ja, das stimmt, und ich habe eine lange Vorgeschichte mit dem Laurentiuskonvent seit den 80er Jahren. Seit meiner Konfirmation habe ich mir mehr Verbindlichkeit als Gottesdienstbesuche gewünscht. Die Frage: wie lebe ich eigentlich als Christin, hat mich bewegt. Den Kontakt zum Ökumenischen Forum und zum Konvent habe ich dann 2013 im Rahmen des Deutschen Evangelischen Kirchentags in Hamburg vertieft und durch meinen vorzeitigen Ruhestand konnte ich es realisieren, nach Hamburg zu ziehen.

C.S.: Wie erlebst Du das Ökumenische Forum und das geistliche Leben im Haus?

K.M.: Ich bin hier im guten Sinne herausgefordert, ökumenisch weit zu werden und zugleich werde ich vertiefter reformiert. Im ökumenischen Dialog entstehen immer wieder Reibungsflächen. Das mag ich, denn Reibung erzeugt Energie. Nur Harmonie wäre ja auch langweilig.

C.S.: Ihr vier Laurentiuskonventler_innen bleibt im Haus wohnen, was wünscht ihr euch denn für euch selbst, für die Ökumenische Hausgemeinschaft und für das Forum?

D.M.: Kraft und Vertrauen, die sich aus dem Glauben speisen und Mut voranzugehen! Dazu gehören natürlich Menschen, die handeln. 10 Jahre lang, so habe ich es empfunden, war es auch immer wieder unvernünftig, so ein ökumenisches Vorhaben mitzugestalten. Insofern (sie lacht) wünsche ich allen, dass sie sich ihre Visionen und Sehnsüchte erhalten; auch die Träume. Und der Reiz liegt darin, nie perfekt werden zu wollen.

C.S.: Und was sagst Du, Kerstin?

K.M: Gottvertrauen wünsche ich allen und uns selbst! Das Ökumenische Forum ist ein Wunder, auch im theologischen Sinne. Es ist kostbar, es möge weiterwachsen. Menschen mögen die Ökumene leben; und mögen diese ökumenischen Begegnungen wie Senfkörner wachsen und sich in der Welt verteilen.

Bestellen Sie unseren Newsletter

Nicht vergessen! Melde Dich hier für unsere Freundesmail an und erhalte monatlich aktuelle Infos zu unseren Veranstaltungen, Projekten oder Themen.

Hinweis: Durch die Angabe Ihrer Daten und Betätigen des Buttons stimmen Sie zu, dass Ihre E-Mail Adresse zum Verteiler vom ökumenischen Forum Hafencity hinzugefügt wird.
Sollte Sie den Newsletter nicht mehr wollen kann ich mich jederzeit wieder abmelden. Weitere Informationen im Umgang mit Nutzerdaten finden Sie in unserer Datenschutzerklärung.

 

Du hast erfolgreich für unsere Freundesmail angemeldet !