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Weihnachten (ein) zu Hause

von Pastorin Corinna Schmidt, Geistliche Leitung Ökumenisches Forum HafenCity

Sechs Nationalitäten leben im 6. Stock des Ökumenischen Forums unter einem Dach zusammen in der Internationalen Wohngemeinschaft junger Menschen. Bei unserer Adventsfeier erzählen wir uns gegenseitig, wie Weihnachten zu Hause ist. Nicht alle 7 Mitbewohner_innen fahren an den Festtagen zu ihren Familien. Ich stelle fest, dass es einen großen Unterschied macht, ob ich freiwillig entscheide nicht zu fahren oder ob es mir z.B. als Geflüchteter nicht möglich ist.

R. kommt aus Florida. Sie fliegt nach Hause und freut sich schon riesig auf ihre Familie. Traditionell gibt es Fisch zu essen und die Familie ist viel am Strand. S. Eltern leben in Süddeutschland. Sie freut sich ebenso auf die Zeit in der Familie, auf gutes Essen und den gemeinsamen Gottesdienstbesuch.

Während die beiden Frauen in Vorfreude schwelgen, wird S. aus Syrien immer stiller.
Leise sagt er: Wenn ich an Weihnachten denke, muss ich weinen“. Er kann nicht nach Hause fliegen und würde doch so gerne seine Eltern in die Arme schließen. Er erzählt: „Nicht nur die Familie feiert, auch alle Freunde sind da. Es gibt einen großen Baum und eine riesige Landschaft mit dem Stall und der Krippe wird aufgebaut“. Sein Landsmann M. sieht nachdenklich aus, wenn er sagt: „Weihnachten feiern wir das neue Leben“. Das klingt traurig und hoffnungsvoll zugleich. Wie schön wäre es, wenn für Syrien neues Leben in Frieden wachsen könnte, denke ich.

Für B. aus Australien scheint es nicht so dramatisch zu sein, dass er an Weihnachten nicht nach Hause fliegt. Er beschreibt Weihnachten zu Hause als aufwendig geplant und dadurch auch stressig: „Gefühlt war meine Mutter ausschließlich in der Küche.“

Zum Erstaunen der Meisten erzählt M., die im Iran geboren ist: „Weihnachten ist Deutschland,“ und erklärt: „ Zu Hause war es verboten, Weihnachten zu feiern.“ Mit der Familie in Deutschland zu feiern, bedeutet für Sie also auch Freiheit, die Freiheit zu feiern.

Und dann erzählt zum Schluss noch J., der erst Ende November aus Sierra Leone gekommen ist. Er friert im Moment in Deutschland, aber beim Erzählen von Weihnachten zu Hause wird ihm spürbar wärmer: „Weihnachten ist ein Fest der Gemeinschaft und des Teilens. Jeder bringt Essen in die Kirche mit. Nach dem Gottesdienst geht man auch zu den Nachbarn, um Essen zu verschenken. Und auch die frohe Botschaft zieht aus der Kirche aus! Junge Menschen tragen sie singend mit Chorälen auf die Straße und zu den Nachbarinnen.“

Ich wünsche Euch allen, dass die Botschaft: „Gott wird Mensch, Gott kommt uns nah in einem Kind“, es warm werden lässt in euren Herzen. Ich hoffe, dass diese Wärme ausstrahlt auf Menschen, die auf Begegnung, Nähe, Frieden und Liebe warten.  „Freut euch allezeit, dass ihr mit Gott und durch ihn miteinander verbunden seid. Freut euch!“ (Philipper 4,4)

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